Vortrag des Museums- und Heimatvereins
(MuH) am Mittwoch, 22. April, 19:00 Uhr, im Hofmeierhaus


Was taucht nicht alles beim Begriff „Burg“ in unserer Vorstellung auf. Wir fühlen ins sofort ins Mittelalter versetzt: Edle Ritter in schimmernder Rüstung kämpfen auf feurigen Pferden, holde Maiden reichen ihrem Herzliebsten verschämt eine Rose, große Kaisernamen ziehen vorüber. Waffengeklirr, Belagerungen, Kreuzzüge, wilde Saufgelage und fürchterliche Tischmanieren sind Stereotype, die immer beim Wort „Burg“ aufblitzen. Andere denken dabei an Gesellschaftsunterschiede, an die Armut der Bauern im Frondienst, an Krankheiten, Epidemien und mangelnde Hygiene. Wieder andere sehen geknechtetes Leben, schmutzige Städte, Dreck und Armut, grausame Judenpogrome und die schlimmen Hexenverfolgungen. 

Hilpoltstein nennt sich stolz und treffend „Burgstadt am Rothsee“, wobei einmal in dieser Bezeichnung die große Geschichte der Stadt betont ist und mit dem Begriff „Seenland“ gleichzeitig der Bezug zum modernen Leben zum Ausdruck gebracht wird. Hilpoltstein feiert das Burgfest, farbenprächtig und beeindruckend, weil die Pfalzgräfinwitwe Dorothea Maria die ehemalige Ritterburg in eine stattliche und luxuriöse Residenz umbauen ließ. Doch vom Werden der Burg, von ihren Bewohnern, von den glanzvollen Tagen des 12. bis 14. Jahrhunderts ist vielen Hilpoltsteinern wenig bekannt.

Das kann sich ändern: Manfred Seitz vom Museums- und Heimatverein (MuH) lässt am Mittwoch, 22. April um 19:00 Uhr im Hofmeierhaus diese ereignisreiche Zeit noch einmal aufleben.

Sein spannender bebildeter Vortrag handelt von der Burg Hilpoltstein, von der Fliehburg zur Zeit der Ungarneinfälle, vom Entstehen des Ritterstandes und von den Burgherren der Nürnberger Zeit im 12. Jahrhundert. Auch von den mächtigen staufischen Ministerialen wird die Rede sein, die gerade dann im Mannesstamm ausstarben, als sie sich anschickten, ein eigenes Territorium zu schaffen. 

Man wird hören, dass die „Burgherren“ von Hilpoltstein höchste kaiserliche Ämter erreichten. Aber sie verstanden auch, im Kampf ihren Mann zu stellen, der mächtigen Reichsstadt Nürnberg eine Fehde aufzuzwingen. Daneben waren sie auch große Wohltäter, gründeten Spitäler, machten den umliegenden Klöstern große Schenkungen und bedachten Hilpoltstein mit einer bedeutenden Chorherrenstiftung.

Wie sind eigentlich Ritter entstanden? Was haben sie gemacht, die Hilpoltsteiner Ritter, welche Rolle spielten sie in der kleinen wie auch großen Reichspolitik? Waren die Hilpoltsteiner Herren fromm, haben sie auch was für die Kirche getan? Haben sie etwas für die Stadt gemacht, ihr geholfen? Haben sie auch in Kriegen mitgewirkt? Was sind Ministerialen, sind sie eigentlich auch Adelige? All dies und noch mehr beantwortet Manfred Seitz, einer der besten Kenner der Hilpoltsteiner Geschichte, in seinem Vortrag.

Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.